Roberta Scrofani wartete nicht mehr auf den richtigen Moment
Fünfzehn Jahre arbeitete Roberta Scrofani in der AdTech-Branche, fast neun davon beim selben Unternehmen in Barcelona. Sie war gut darin und bekam immer neue Aufgaben, aber sie wusste, dass die Branche nichts für sie war. Dann stellte ihr eine Ambassador von Tomorrow University eine einzige Frage, auf die sie keine gute Antwort hatte.
Table of Contents

Fünfzehn Jahre in einer Branche, hinter der sie nicht stand
Roberta Scrofani führte funktionsübergreifende Teams über mehrere Länder hinweg. Fünfzehn Jahre war sie in der Branche, fast neun davon beim selben AdTech-Unternehmen in Barcelona. Sie arbeitete in verschiedenen Rollen und erlebte mehrere Umbrüche in ihrem Feld. Sie ließ sich zum Coach ausbilden und förderte die Leute um sich herum. Erfüllt war sie nicht.
„Es ist eine Branche, die menschliche Aufmerksamkeit zu ihrem wichtigsten Produkt macht“, sagt sie. „Ich konnte dort nicht so beitragen, wie ich wollte, weil sie den Menschen nicht geholfen hat, sich zu entfalten.“
„Ich musste anfangen, auf die Stimme zu hören, die mir seit fast zehn Jahren sagte, dass das nicht mein Weg ist.“
Mit Mitte dreißig hatte sie die Abschlüsse, die Karriere, das Haus, die Ehe, den Sohn. „Eigentlich müsste ich längst alles haben, aber irgendwie ist da trotzdem diese tiefe Leere.“
2020 wurde sie Mutter und ließ sich als Coach für positive Psychologie, emotionale Intelligenz und Achtsamkeit zertifizieren. „Es ging mir gar nicht darum, Coach zu werden, ich war ja schon Co-Active Coach. Es ging eher darum, die Tools für mich selbst zu nutzen, weil ich etwas ändern musste und nicht wusste, wo ich anfangen sollte.“ Dann wechselte sie das Unternehmen. Die Branche blieb dieselbe.
Die Frage, nach der sie Ja sagte
Ein Investor ihres neuen Arbeitgebers war auch bei Tomorrow University eingestiegen. Über ihn erfuhr sie von einem Stipendium. Zwei Jahre lang hatte Roberta sich MBA-Programme angesehen. Keines passte zu einer Führungsrolle in Vollzeit und einem dreijährigen Sohn zu Hause. Sie bewarb sich um das Stipendium und bekam es.
Sie zögerte trotzdem. Ihre größte Sorge war die Zeit. Familie hatte sie nicht in der Nähe, also musste ihr Mann mitziehen, damit sie nach der Arbeit lernen konnte. Er trug die Entscheidung mit.
Den Ausschlag gab Eilecia Bovard, Ambassador bei uns. Roberta erzählte ihr, wie lange sie schon zögerte. Eilecia stellte ihr eine einzige Frage: „Wenn nicht heute, wann dann?“
„Ich will nicht ewig darüber nachdenken und es am Ende bereuen“, antwortete sie.
Im März 2024 begann sie unseren Impact MBA, in Kohorte 3.
Handeln, bevor sie sich bereit fühlte
Ihre erste Challenge war die Mission Identification, eine Übung, in der man benennt, wofür die eigene Arbeit da sein soll. Die Tools kannte sie aus ihrer Coach-Ausbildung. Bei sich selbst war es schwerer. In ihren Konzernjahren hatte sie sich über ihren Jobtitel definiert, und in dieser Challenge fiel der Titel weg. Heute begleitet sie andere Lernende durch dieselbe Übung. „Denkt nicht, dass das, was ihr da schreibt, in Stein gemeißelt ist. Das ist ein Dokument fürs Leben.“
Sie war es gewohnt, aus Büchern und Theorie zu lernen. Bei uns arbeitet man im Team an echten Problemen. Das nennen wir Challenge-Based Learning. Am Anfang fehlte ihr die Theorie. Es dauerte, bis sie verstand, warum wir es so machen. „So verbindet man zum ersten Mal das, was man lernt, mit der Anwendung in der echten Welt.“
Auch ihre Kohorte überraschte sie. Nach Jahren in der Corporate Bubble arbeitete sie mit Menschen, die ganz andere Missionen hatten. Und sie merkte: Selbst die, die sie am meisten bewunderte, hatten dieselben Zweifel wie sie.
Für ein Impact Certificate, einen Vertiefungskurs in einem einzelnen Fachgebiet, wählte sie Mental Health & Wellbeing. Dort arbeitete sie mit Professorin Katherine C., die später ihre Thesis betreute. Fast hätte sie stattdessen ein härteres technisches Thema genommen, um ihre Lücken zu füllen. Ein Kommilitone, Pim, sagte ihr: „Nicht alles muss hart und schwer sein. Manchmal kannst du einfach deinem Herzen folgen.“
Zu ihrem anderen Impact Certificate gehörte eine Challenge namens Leading with Technology and Human-Centered AI. Viel technisches Vorwissen brachte Roberta nicht mit. Sie baute einen Prototyp, testete ihn mit echten Leuten, schrieb einen Businessplan und pitchte vor Investorinnen und Investoren. Sie fand jemanden, der mitgründete, baute ein Unternehmen um den Prototyp herum auf und wurde in Accelerator-Programme aufgenommen. „Selbst ich, die Frau aus Süditalien, konnte das schaffen“, sagt sie. „Der Unterschied zwischen mir und den anderen war nur, dass sie ins Handeln kamen und an sich glaubten.“
Mitten in der Thesis die Kündigung
Im Juli 2025, während sie an ihrer Thesis schrieb, verlor sie ihren Job in einer Kündigungswelle. Fast zwei Tage lang lag sie auf dem Boden und machte Atemübungen, mit immer derselben Frage im Kopf: Was jetzt?
Sie war schockiert, aber auch erleichtert. Sie hatte schon länger ans Gehen gedacht, sagt sie, und sich nie getraut, das Gehalt von sich aus aufzugeben.
Roberta beschloss, nicht in Panik zu geraten. „Du hast deinen Jobtitel nicht mehr, und dein Gehalt am Monatsende auch nicht. Aber du hast ein paar Ersparnisse, und dich selbst hast du auch noch. Du bist das Projekt, nicht das Projekt der Firma.“
Sie blieb damit nicht allein. Katherine betreute die Thesis, und Thomas Funke, Mitgründer unserer Hochschule, begleitete sie als Mentor. Consuela, eine Tutorin, mit der sie kaum gearbeitet hatte, meldete sich immer wieder, während Roberta an diesem Unternehmen baute. Im November 2025 schloss sie unseren Impact MBA ab, im Juni 2026 war die Abschlussfeier in Berlin.
Die eigene Firma und eine Task Force zu Frauen in der KI-Wirtschaft
Im Jahr nach der Kündigung probierte sie vieles aus. Heute führt Roberta ELEVATE, ihre eigene Beratungsfirma für die menschliche Seite von KI. Sie berät Institutionen und Organisationen zu KI-Transformation, angewandter KI-Ethik und Ethics by Design. Oft, aber nicht immer, geht es dabei um Mental Health.
Außerdem leitet sie eine Task Force bei WIDCON (Connecting Women in Digital), einem EU-geförderten Projekt, das politische Empfehlungen erarbeitet. Die Empfehlungen fließen in den EU AI Act ein, sagt sie. Ihre Task Force forscht qualitativ und quantitativ dazu, was Frauen in der EU daran hindert, die KI-Wirtschaft mitzugestalten. Die Einladung kam per E-Mail. „Keine Freundschaft, niemand, den ich vorher kannte, absolut nichts.“ Im Oktober 2026 wird sie die Ergebnisse bei den Digital Talent EU Days in Dublin vorstellen.
Sie ist weiter in unseren Slack-Kanälen aktiv und coacht andere Frauen durch den Übergang, den sie selbst hinter sich hat. Sie beginnt 2026 bei uns ein Tech Fellowship, und für 2027 ist eine Gastvorlesung zu Change Management vereinbart.
Ihr Rat an alle, die noch überlegen:
„Verschwende deine Zeit nicht mit etwas, das nicht du bist. Hör auf deinen inneren Ruf. Alles beginnt in dir.“
Zeit, aus deiner Leidenschaft etwas zu machen. Finde den Studiengang, der zu dir passt.
.avif)
.avif)